Mit Stress richtig gut leben

Wie du mit Stress richtig gut leben kannst

Heute war wieder so ein Tag voller Frust. Der Stress trieb meinen Blutdruck in die Höhe. Zunächst musste ich mich damit abfinden, dass ich wahrscheinlich 1000 Euro einbüßen würde. Dann ließ mich eine Mitarbeiterin hängen. Zum Schluss kostete ein blödes Missverständnis meinem Kollegen und mir drei Tage Arbeitszeit.
In solchen Augenblicken könnte ich in die Luft gehen, wie seinerzeit das HB-Männchen. Für die etwas jüngeren Leser zur Kenntnis, das HB-Männchen war eine Zeichentrickfigur aus dem Werbefernsehen. Tippe bei YouTube den Begriff HB-Männchen ein und du bist im Bilde. Die Werbespots mit dem HB-Männchen hatten fast Kultstatus. Damals konnte man noch ungestraft den Unsinn verbreiten, dass Rauchen gegen Stress hilft.

Am Abend des bewussten Tages saß ich an meinem Rechner. Die Uhr zeigte bereits 21:30 Uhr. Meine Frau schlug vor, den Tag ausnahmsweise mit einem TV-Erlebnis ausklingen zu lassen. Ich stimmte zu. Die Lust zum Arbeiten war mir vergangen.

Ich will es vorweg zu nehmen. Dieser Film bewies, dass die amerikanische Filmindustrie nicht nur Schrott produziert. Die Handlung entwickelte sich zu einem packenden Drama mit kompliziert zusammengestellten Szenen. Aktuelles verschmolz mit Rückblicken aus den verschiedensten Orten und Zusammenhängen. Tapfer hielten wir durch und immer mehr zog es uns in den Bann schicksalsschwerer Ereignisse:

Eine Frau wird ins Krankenhaus gerufen. Dort erfährt sie vom Unfalltod des Mannes und ihrer beiden Töchter. Der Unfallverursacher hatte Fahrerflucht begonnen. Später plagen ihn die Gewissensbisse und er stellt sich der Polizei. Zwischenzeitlich gibt die Witwe den Leichnam zur Organspende frei. Dadurch entgeht ein anderer Mann dem sicheren Herztod. Nach seiner Genesung lässt der gerettete Mann die Witwe von einem Detektiv finden und verliebt sich in sie.

Vom Leid erdrückt flüchtet die Witwe in Alkohol und Drogen. Es kommt zu gewaltigen Gefühlsausbrüchen aller Beteiligten. Der Unfallverursacher flüchtet vor seiner Familie. Die Witwe lässt sich auf eine Beziehung mit dem Mann ein, der das Herz ihres verstorbenen Mannes trägt. Sie wird von ihm schwanger, kurz bevor er tragisch stirbt.

Als ich das Fernsehgerät ausschaltete, fiel mir mein Ärger wieder ein. Noch unter dem Eindruck des Filmerlebnisses wirkte mein Stress läppisch. Ich fühlte mich eigenartig ruhig. Es war schon eine Portion Gleichgültigkeit dabei. Mal sehen, dachte ich mir, irgendwie bekomme ich das schon hin. Der Stress war wie weggeblasen. Das Problem selber hatte sich natürlich nicht in Luft aufgelöst. Einzig und allein seine Bedeutung hatte sich verändert.

Brauchen wir immer erst den Vergleich, um Ärgernisse zu relativieren?

Ja, das brauchen wir. Denn der Stress entsteht erst durch den Vergleich unserer Erwartungshaltung oder Bedürfnisses mit der realen Situation. Egal ob Angst oder Wut den Stress auslösen, das emotionale Ergebnis bleibt das Gleiche. Verglichen mit dem Standpunkt eines neutralen Beobachters reagieren wir immer unangemessen. Lassen wir Naturkatastrophen und Terroranschläge beiseite, lässt sich ein Großteil von unserem negativen Stress relativieren.

Am Anfang meines heutigen Beitrages erzählte ich von den 1000 Euro, die ich eventuell verlieren könnte. Doch das ist nur eine Annahme. Genauso groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Problem zu meinen Gunsten löse. Auch die Handlungsweise meiner Mitarbeiterin stellt keine Überraschung dar. Ich kenne ihre Schwächen und ihre Stärken. Es gehört zu meinen Aufgaben, sie entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen.

Stress beherrschen wie eine Katze

Foto: Bernd Neuper

Auch das Missverständnis zwischen meinem Kollegen und mir ist zwar ärgerlich, bringt unser Projekt deswegen nicht zum Absturz. Wir haben wieder etwas gelernt. Das ist alles.

Der Film inspirierte mich zu einem Vergleich. Ich sah einen wesentlich jüngeren Mann den Herztod sterben. Er hatte keine Chance mehr. Ebenso geringe Chancen haben die Menschen, die von Bomben zerrissen werden. Erblicke ich Menschen im Rollstuhl, merke ich meine Schmerzen kaum noch. In solchen Augenblicken steigt meine Bereitschaft, ehrlich in den Spiegel zu sehen. Ärgernisse rufen dann nur noch ein Achselzucken hervor.

Viele Ereignisse, die in uns Stress auslösen, treffen uns nicht überraschend. Oft weigern wir uns, die Wahrheit zu sehen. Manchmal sind wir einfach nur zu feige, uns die Wahrheit einzugestehen. Dieses Verhalten ist absolut menschlich. Wir sind auf Schmerzvermeidung programmiert. Doch fest steht, der ehrliche Blick in den Spiegel erspart viel Leid. Lies hier gleich noch einmal, wie du erfolgreich deinen Stress abbaust.

Benötigen wir für unseren Erkenntnisweg immer den Holzhammer?

Offen gestanden, ich weiß es nicht. Ich kenne Menschen, die ohne einschneidende Erlebnisse ihr Leben verändern. Leider gehöre ich zu der Gruppe, die den Holzhammer braucht. Deswegen hat es etwas länger gedauert, bis ich begriff, welchen Anteil ich am Verlauf meines Leben habe.
Allerdings treibt mich diese Erkenntnis nicht mehr in den Trübsinn oder in die Ratlosigkeit. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Gewissheit, dass ich in der Lage bin, mein Leben zu gestalten, verleiht mir Kraft und Ausdauer. Inzwischen gelingt es mir, mir lebhaft künftige Erfolge vorzustellen.

Vielleicht habe ich an dieser Stelle etwas zu viel von mir erzählt. Ich bitte um Absolution. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, meine Begeisterung zu teilen. Das Leben vieler Personen ist von destruktiven Glaubensmustern geprägt. Aus diesem Teufelskreis auszusteigen bedeutet, sich mentaler Schwerstarbeit zu unterziehen. Die Angst vor dem Unbekannten dominiert. Ich möchte dich durch mein eigenes Beispiel motivieren, konsequent deinen Weg zu gehen. Auch mir blieben unzählige Versuche nicht erspart. Heute weiß ich, dass jedes einzelne Missgeschick ein wertvoller Baustein meiner Entwicklung ist.

Aus diesem Grund unterbreite ich dir einen Vorschlag.

Wenn irgendetwas schief läuft, schreibe genau auf, was dich konkret wütend macht oder in dir Angst auslöst. Dann schreibe dir auf, was du daraus lernst. Wenn du meinen Hinweis nicht verwirklichen kannst oder willst, dann schreibe auf, wem es noch viel schlechter geht. Formuliere es so konkret wie möglich. Nebulöse Darstellungen sind zu weit weg von deinem eigenen Geschick.
Willst du die Sache gründlich angehen, dann gehe dorthin, wo es den Menschen besonders schlimm geht. Dazu musst du wahrscheinlich nicht einmal Europa verlassen. Manchmal sitzt das Elend schon vor der Haustür. Schicksalsschläge treffen auch den Menschen neben uns. Vielleicht hilft dir auch ein Film, der dir das Schicksal anderer Menschen verdeutlicht.

Ich glaube, wenn du solche Erfahrungen mit deinem eigenen Thema vergleichst, dann bieten sich viele Möglichkeiten zur Dankbarkeit. Wenn du diesen Vorschlag umsetzt, existieren deine Probleme noch immer. Du wirst aber staunen, wie gefasster du deine Gedanken auf die Lösung des Problems ausrichtest.

Garantiert!

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2 commenti su “Mit Stress richtig gut leben
  1. A. Gr. sagt:

    ich finde es gut das sie nicht so viel um den heißen brei drumrumreden. ihren text kann ich sehr gut folgen und ihr ideen und vorschläge in meinen tag gut integrieren.

    liebe grüße

    • Bernd Neuper sagt:

      Hallo,

      danke für deinen Kommentar, schön dass dir mein Stil gefällt. Es bringt nichts wenn wir uns immer butterweich ausdrücken, um ja nicht anzuecken. Klare Worte verfehlen selten ihr Ziel.

      Bernd Neuper

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